Msa!

Von einem paradiesischem Urlaub in Mombasa, der vom Kamelritt über Delphinbeobachtungen bis hin zum Schnorcheln im Indischen Ozean keine Wünsche offen ließ

27. November bis 03. Dezember 2023 (Woche 9)

Der folgende Film soll einen Eindruck verschaffen von den schönsten Momenten, die ich während des Urlaubs in Mombasa (oft genutzt Abkürzung: Msa) erleben durfte. Danach sollen noch ein paar erklärende Worte folgen...


Als ich am Montag vom Wochenendausflug in Kakamega zurückkam, war es schon Zeit zu packen. Noch diesen Abend sollten Rael, Ophilo und ich Kakamega mit dem Bus verlassen und dann Richtung Nairobi fahren. Das sollte die erste Etappe unserer Reise quer durch Kenia sein. Das Ziel? Mombasa. Die größte Küstenstadt im Osten Kenias.
Gegen 18.30 Uhr verabschiedeten wir uns also von David und fuhren mit dem matatu nach Kakamega. Dort angekommen shoppten wir noch ein paar Snacks für die Reise und dann warteten wir an der Busstation bis der Bus (eine Stunde verspätet) gegen 21.30 Uhr ankam und wir einstiegen. Wie immer wurden wir im Bus von lauter Benga Musik unterhalten - Nacht oder Tag machte da keinen Unterschied. Mit Noise-Cancelling-Kopfhörern versuchte ich dann noch ein WhatsApp-Call nach Deutschland zu verwirklichen, aber der schwankende Internetempfang machte mir einen Strich durch die Rechnung und ich beschloss zu schlafen. Es war aber wohl eher ein Versuch, denn die Straßen, die wir befuhren, waren sehr holprig und das bekamen alle Passagiere natürlich zu spüren. Die anderen Mitfahrenden waren das aber anscheinend gewöhnt und schliefen friedlich. Kurze Phasen des Wegdösens konnte ich trotzdem genießen und sie gaben mir die notwendige Energie für den folgenden Tag. Gegen um 5 morgens kamen wir in Nairobi an. Nach der Zeit im Bus überforderte mich die Menge an Menschen ein wenig, die wir in Nairobi antrafen. Es war nur ein kurzer Fußweg bis zum Bahnhof, doch es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, da Müdigkeit, eine Menge Gepäck und drängelnde Menschen nicht gerade eine angenehme Kombination darstellen. Zudem hatte ich mehrmalig die Warnung erhalten, dass in Nairobi sehr viele Taschendiebe ihr Unwesen treiben. Auch Rael hatte mir berichtet, dass viele ihre FreundInnen wären des Studiums mehrmals beklaut wurden. Sie erzählte mir von größeren Gruppen von Dieben, die gemeinsam arbeiten und der Strategie des Taschenaufschneidens, ohne dass man es überhaupt mitbekommt. Ich nahm mich also in Acht und nach etwa 10 Minuten erreichten wir dann den Bahnhof. Wir stiegen in einen Bus ein, der uns zum Abfahrtspunkt des Zuges nach Mombasa brachte. Ab hier lief alles sehr organisiert. Nach einer Sicherheitskontrolle inklusive Scannen des Gepäcks und Spürhunden, konnten wir unser Ticket ausdrucken und die Wartehalle des Bahnhofs betreten. Hier dauerte es nicht lange bis zur Ansage, die uns zum Gleis schickte. Der richtige Wagon und Sitz war schnell gefunden. Und dann hieß es für uns alle drei: Kopf auf den Tisch und Schlaf nachholen. Hundemüde dösten wir alle nacheinander weg. Sechs Stunden lang fuhren wir doch verschiedenste Landschaften. In einem Moment war der Blick aus dem Fenster von hohen steinigen Hügeln gezeichnet, im nächsten konnte man weit in die Ferne schauen und sah nichts außer einer Art Steppe und ein paar grasenden Zebras. Etwas später zeigte Ophilo aus dem Fenster und als ich seinem Hinweis folgte, sah ich ein riesiges Feld. Dort waren sehr regelmäßig Pflanzen angeordnet, die wie grüne Igel aussahen: Sisal, das zum Beispiel zur Herstellung von Seilen benutzt wird. Obwohl wir sehr nah an der tansanischen Grenze vorbeifuhren, war der Kilimandscharo doch etwas zu weit weg, um ihn erblicken zu können. Schade. Die Temperaturanzeige im Zug stieg mit jeder Stunde an. Mittlerweile waren wir bei 30 °C Außentemperatur angekommen. Weit konnten wir also nicht mehr von Mombasa entfernt sein. Es war für mich schwierig vorstellbar, das noch vor 14 Tagen hier in Strömen geregnet hatte und diese Regenfälle zu extremen Überflutungen von manchen Teilen Mombasas geführt hatten. Aus dem Zugfenster ließen die großen Wasserlachen und die mittlerweile wieder ausgetrockneten Flut-Flussbetten die vergangenen Ereignisse noch erahnen.
Als wir gegen 14.00 Uhr am Bahnhof in Mombasa ausstiegen, wurde ich von der unglaublich drückenden Hitze überrascht. Solche Temperaturen kannte ich bisher nur auf dem Italienurlaub im Sommer. Die Sonne strahlte unermüdlich und wir bahnten uns unseren Weg durch die Menschenmengen bis zum Taxistand. Von dort aus ging es dann direkt zur Unterkunft. Zwei junge Männer begrüßten uns und zeigten uns unsere Unterkunft für die nächsten vier Tage - Küche, Bad, Schlafzimmer und Wohnzimmer. Wir waren zufrieden. Dann begaben wir uns auf Essenssuche. Da es doch länger dauerte als geplant, verschoben wir den Plan, zum Strand zu gehen auf den nächsten Tag.
Das war eine gute Entscheidung, denn auf dem Weg zum Strand am nächsten Tag (Mittwoch) trafen wir Patrick, der unser Tour-Guide für die nächsten drei Tage wurde. Er begleitete uns zu unserem Ziel: Nyali Beach. Nach einem Fußweg von etwa einer halben Stunde unter der heißen Mombasa-Sonne erreichten wir einen schmalen Weg, der uns Richtung Meer führte. Rechts und links waren vereinzelt kleinere Hütten zu sehen bis wir eine Reihe an Palmen durchquerten, die einen Streifen parallel zur Küste bildeten. Der Blick, der sich uns anschließend offenbarte konnte paradiesischer nicht sein: Weißer Sand wurde von hell strahlender Sonne beschienen. Die sanften Wellen sorgten für den akustischen Hintergrund und ein paar Vögel kreisten am Himmel. Die Palmen wogen leicht im Wind. Links neben uns stand eine kleine Strandhütte mit Strohdach, wie man das aus Filmen kennt. Der Strand war leergefegt, da es noch recht früh am Vormittag war.

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Dann folgten Kokosnuss-Drink, Kamelritt, Jetskifahrt, Badespaß und eine kleine Wanderung am Strand, bei der wir so einige Entdeckungen machten:


Dann war der erste von den drei Tagen in Mombasa auch schon vergangen und wir begaben uns zurück zur Unterkunft. Am nächsten Tag trafen wir uns früh in der Stadt mit Patrick und mieteten uns ein kleines Auto für den Tag. Dieses sollte uns an die schönsten und bekanntesten Orte in Mombasa bringen. Das war unsere Route für den Tag: Was nach wenig aussieht, war aufgrund der extremen Hitze und des Verkehrs, eine echte Herausforderung.

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Unter anderem besuchten wir Fort Jesus, eine wichtige Festung in Mombasa und ein UNESCO-Welterbe, das zu unterschiedlichen Zeiten in der Geschichte von Portugal, Großbritannien und Arabien beherrscht wurde. Dementsprechend kann man dort auch Einflüsse dieser drei Mächte entdecken. Man bekam beim Rundgang ein echtes Gespür für das Leben in der Festung. Zudem gab es viele Details zu entdecken, wie das Skelett eines jungen Buckelwals, der 1992 an einem nahegelegenen Strand an Land gespült wurde. Außerdem interessant waren die portugiesischen Wandmalereien von unbekannten Soldaten Anfang des siebzehnten Jahrhunderts, die noch immer zu sehen sind. Hauptsächlich malten sie Schiffe, Kirchen und Fische aber auch menschliche Figuren. Ein Tier ist auch unter den Zeichnungen - wobei niemand wirklich sagen kann, worum es sich handelt. ExpertInnen vermuten, es könnte ein Chamäleon sein. 

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Nach einem kurzen Aufenthalt am Aussichtspunkt der Festung und dortigem genießen der Brise (siehe Bild oben), fuhren wir schließlich einmal um die Mombasa-Insel herum, um an der Südostküste der Insel den Ausblick aufs Meer zu genießen. Anschließend besuchten wir dann in der Innenstadt das Sherraton Regency-Hotel, wo Patrick lange gearbeitet hatte. Deshalb durften wir hoch aufs Dach und uns in die Stadt aus der Vogelperspektive anschauen. Hier bekamen wir einen Eindruck von der Größe Mombasas. Weiter ging's dann zu Fuß in den Uhuru Garten. Aber auf dem Weg dorthin durfte ein Foto von einem der bekanntesten Monumente in Mombasa nicht fehlen: zwei riesige Paare von Elefantenstoßzähnen überragte die Moi Avenue (eine der wichtigsten Hauptstraßen in Mombasa). Das Monument wurde in den 1950ern erbaut, um einen Besuch der Royal Family zu zelebrieren. Hier mag man sich über die Qualität des Bildes wundern, die besser hätte sein können. Grund dafür war ein allgemeines Hungertief, das durch den regen und lauten Verkehr nicht gerade verbessert wurde. Das kommt wohl bei jeder guten Städtereisen einmal vor...

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Im Uhuru Garten faszinierten dann eine riesige Menge an Flughunden, die sich in den Wipfeln der Bäume an die Äste klammerten. Ab und zu startete der ein oder andere einen Flug von einem Ast zum nächsten, was die spektakulären Flugkünste der Tiere zum Vorschein brachte.

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Nach einem späten Mittagessen war nun die letzte Station Pirate Beach. Auch dort hatte Patrick einmal gearbeitet, was uns einen kostenlosen Platz am Hotelpool verschaffte. Der direkte Zugang zum öffentlichen Strand war auch gegeben. Hier fungierte ich übrigens als ein zusätzlicher zu zahlreichen muzungus, die sich hier am Strand tummelten. Ich unterhielt mich kurz mit einem Kitesurf-Lehrer (ursprünglich aus Berlin), der normalerweise in Sansibar seine Surfschule leitet und hier in Mombasa im Urlaub ist. Irgendwie war es schön mal wieder auf Deutsch zu schnacken. Dies lud mehr als eindeutig zu einer Partie Strandfußball ein, zu der sich innerhalb von kürzester Zeit weitere sechs Mitspieler gesellten. Ich merkte, dass ich nicht mehr 16 bin oder das Klima mir immer noch zu schaffen machte. Mithalten mit den jüngeren Mitspielern konnte ich im Sand jedenfalls nicht mehr. Trotzdem gelang es den beiden Teams ein faires Unentschieden auszuspielen, das anschließend mit einem wohlverdienten Gang ins Meer belohnt wurde. Doch vorher entstand noch das wohl klischeehafteste Bild des Urlaubs:

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Und schon stand der letzte Tag unseres Urlaubs bevor. Ich wollte nicht so richtig glauben, dass es schon Richtung Ende ging - hatte ich doch in meinem Kopf immer an eine "Mombasa-Woche" gedacht. Aber schließlich nehmen An- und Abreise schon zwei Tage ein und aufgrund von Terminen mussten wir Montagabend starten und sollten Sonntagmittag wieder zurück in Mukumu sein. Aber der letzte Tag sollte es in sich haben, denn nun würden so einige Träume meinerseits in Erfüllung gehen...
Gegen 6.00 Uhr am Morgen trafen wir uns auf dem Parkplatz vor unserer Unterkunft und es hieß "volle Fahrt voraus Richtung Wasini Island!". Dafür mussten wir aber zuerst die Mombasa-Insel mit der Fähre verlassen. Ich dachte die Menge der Menschen, die die Insel verlassen wollten sei groß. Im Vergleich zu der unvorstellbar langen Schlange von Menschen, die uns auf der anderen Seite begegnete, die im Begriff war zur Insel überzusetzen, was das aber ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Reise entlang der Küste führte uns zuerst durch den ärmeren Teil von Mombasa, der mich nun wieder an die Gegend um Mukumu erinnerte. Weiter immer an der Küste entlang folgten wir (teils etwas löchrigen, holprigen) Landstraßen, die von Palmen eingeschlossen waren. Immer in Richtung tansanische Grenze fahrend, erreichten wir letztendlich acht Kilometer vor dem Übergang zum Nachbarland das Dorf Shimoni, wo wir auf das Gelände eines Nationalparks einbogen. Dort hatte Patrick wieder Beziehungen und konnte so den Preis fürs Boot etwas herunterhandeln. Und dann ging es Richtung Wasini Island. Genauer gesagt, sollten wir aber nie an der Insel selbst anlegen, sondern sie nur umschippern, um dann an einer wesentlich kleineren Insel anzulegen (Kisite Islet).

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Neben der Schönheit des Indischen Ozeans konnten wir während der Bootsfahrt auch Meeresschildkröten beobachten, die sich neben dem Boot entlangbewegten. Und dann das Highlight: Delphine tauchten zuerst in der Ferne und dann direkt neben unserem Boot auf. Das Meer glitzerte und die grauen Säugetiere ließen sich für wenige Sekunden elegant an den Booten blicken, als wüssten sie, wie begehrt sie bei den BesucherInnen sind. Sie begleiteten uns eine Weile bis der Guide dann den Kurs Richtung Kisite Island einschlug. Dort stand das nächste Abenteuer an. Vor der paradiesischen Insel lädt das seichte Wasser zum Schnorcheln ein, um das Korallenriff und dessen BewohnerInnen zu beobachten. Besser als mit "wie eine andere Welt" kann ich meine Eindrücke nicht beschreiben. Fische der bizarrsten Formen und Farben bewegen sich hier. Die halbe Stunde des Schnorchelns war nicht ansatzweise genug, um die ganze Vielfalt zu erfassen. Vollkommen fasziniert tauschten wir uns auf der Insel über unsere Beobachtungen aus. Aber wir waren schon mit dem nächsten faszinierenden Eindruck konfrontiert. Vor uns lag eine Insel mit weißem Sand bedeckt, die so klein war, dass man sie beinahe als Sandbank bezeichnen könnte. Aber das minderte ihre Schönheit keinesfalls - im Gegenteil. Das klare Wasser, das in sanften Wellen die Insel erreichte, lieferte das passende Hintergrundgeräusch zu den paradiesischen Bildern, die sich uns da baten. Wir hatten nicht viel Zeit, setzen uns aber eine Weile und genossen die Eindrücke. Kurze Zeit und ein paar Bilder später war es dann wieder Zeit abzulegen und die einstündige Fahrt zum Festland anzutreten.

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Aber das sollte noch nicht das Ende des Tages bedeuten. Eine der berühmtesten Strände Mombasas lag auf unserem Rückweg: Diani Beach. Dort gingen wir noch einmal baden und spielten ein bisschen Strandfußball bis wir entschieden, dass es Zeit war, den endgültigen Rückweg anzutreten. Neben dem Besuch des Markts in Mombasa hatten wir nämlich noch einen weiteren wichtigen Termin. Ziemlich zu Beginn meiner Organisation hatte ich mich mit Sanna in Kontakt gesetzt, um ein paar Informationen zu Kenia einzuholen. Sie war für zwei Monate in Kenia gewesen und gab mir den Kontakt zu Stella, ihrer besten Freundin aus dieser Zeit. Stella hatte mir viel bei meinen Vorbereitungen geholfen, Fragen beantworten und wohnt aktuell in Mombasa. Deshalb hatten wir uns fest vorgenommen, uns zu treffen. Heute Abend sollte es dann so weit sein. Ihr Haus war nicht sehr weit weg von unserer Unterkunft. Vorher spazierten wir aber noch über den Markt, auf dem aber die meisten Stände leider schon geschlossen hatten. Auf dem Weg trafen wir noch einen Schulfreund von Ophilo, der sich uns kurzerhand anschloss. Wir begaben uns dann also alle gemeinsam zum ausgemachten Treffpunkt, einer Bar, wo wir mittlerweile zu fünft auf Stella warteten. Nach ihrer Ankunft gab es viel zu quatschen. Der Abend verging wie im Flug und bald war es Zeit aufzubrechen, schließlich würde unser Zug Mombasa um 8 verlassen - mit oder ohne uns. 


Die Rückfahrt am nächsten Tag verzögerte sich dann um stolze 4 Stunden, weil wir mit dem Bus in Nairobi feststeckten. Vor uns war ein Unfall passiert, der für einen langen Stau gesorgt hatte. So kamen wir am Sonntag um 09.00 Uhr wieder in Mukumu an. Insgesamt war der Urlaub in Mombasa mit Rael und Ophilo aber ein absoluter Traumurlaub. Besonders Patrick zu treffen, war ein Glücksfall. So konnten all unsere Wünsche erfüllt werden und trotz der Kürze, die Zeit gut genutzt werden.

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