Köstliches Chapati
und erste Abschiede

Von einer Woche, in der ich die Kunst des Chapati Backens erlernte und mich von den ersten Schülerinnen verabschiedete.

13. bis 19. November 2023 (Woche 7)

Auch während meiner zweiten freien Woche bestimmte meine Routine den Tagesablauf. Ich las und lernte viel. Ein Buch, das mir die Englischlehrerin der Schule in Mukumu empfohlen hatte ("Fathers of Nations" von Paul Vitta) gab mir einen groben Eindruck der politischen Lage in den meisten afrikanischen Ländern. Ein Zitat gab meinen bisherigen Eindruck von Kenia ziemlich gut wieder:

Yet Africa is Africa, he said to himself. It comes at you from both directions: from back and from front;
from right and from wrong. As if to confuse you, it always confronts you with both opposites on every issue: good and evil, wealth and poverty, peace and war.


Übersetzt kann das Ganze so verstanden werden:
"Und doch ist Afrika eben Afrika." dachte er sich. Es überrascht dich aus zwei Richtungen. Von vorne und von hinten; mit Richtigem und mit Falschem. Als würde es dich verwirren wollen, konfrontiert es dich immer mit beiden Gegenstücken zu jeder Problematik: Gut und Böse, Reichtum und Armut, Frieden und Krieg.

Aber natürlich gab es auch Zeit, sich jeden Morgen für eine Weile in die Sonne zu setzen und zu genießen, dass ich Mitte November herrlichstes Sommerwetter genießend darf. Zudem versuchte ich mein Suaheli-Wissen weiter auszubauen und installierte Duolingo. Auch Rael hatte sich nach unserem Trip nach Bungoma Duolingo installiert und lernt jetzt fleißig Deutsch. Sie meint, sie möchte irgendwann mal die deutschen Lieder verstehen können, die wir gehört hatten. Insbesondere die Dresdner Band 01099 hatte ihr es angetan. Wenn die vier wüssten, dass sie nun auch einen Fan in Kenia haben...
Gegen Ende der Woche kam Rael dann mit ihrer Schwester Naomi vorbei. Wir kamen auf Raels Schulzeit zu sprechen und auch auf die Ausflüge, die sie gemacht hatten. Der Ausflug zum Impala Tierpark in Kisumu hatte sie besonders genossen. Wir beschlossen also diesen Ausflug in naher Zukunft zu wiederholen. Nächste Woche Dienstag sollte es losgehen. Zum Mittag sollte es heute Chapati geben und Rael wollte mir beibringen, wie man Chapati backt. Aufgepasst, jetzt folgt ein original kenianisches Rezept.

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Simi sagt "Kwa heri!"

Am Freitag war es Zeit, den ersten Schülerinnen Tschüss zu sagen, die schon ihre Sache gepackt hatten. Die Schülerinnen, die weder Geografie noch Physik gewählt hatten, waren fertig mit ihren Prüfungen.
Außerdem gab es in der Schule heute eine meiner Lieblingsspeisen: Matoke. Das sind gekochte Bananen.


Am Abend kam ich dann noch einmal zurück, um mich auch von Ella zu verabschieden, die gegen 20.00 Uhr mit dem Bus nach Nairobi fahren würde. Da ich zu ihr durch die Nachhilfe eine besondere Bindung aufgebaut hatte, wollte ich mich auch noch persönlich verabschieden. Der Bus verspätete sich aber um etwa 2 Stunden, weshalb ich mich dann noch in ein paar Klassenräume begab, um noch ein paar andere Schülerinnen kennenzulernen. Wir unterhielten uns ein bisschen und ich erfuhr, dass sie gerade für die Physikprüfung lernten. Ich wollte sie nicht länger stören, aber für ein Foto war natürlich immer noch Zeit...

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Am Ende der Woche erwischte es mich dann mit Kopfschmerzen, die mich in mein Bett zwangen. Ich fühlte mich schwach und energielos. Um diese Möglichkeit auszuschließen, ging ich in die Schule und ließ mich für Malaria testen. Interessanterweise erfuhr ich so, dass der Schnelltest fast wie ein Coronatest abläuft, nur dass kein Stäbchen tief in die Nase eingeführt wird, sondern ein kleiner Stich in den Finger Blut zum Testen zur Verfügung stellt. Der Test war negativ und testete für die häufigste Variante von Malaria. Es gibt fünf Varianten von Malaria, die durch verschiedene Erreger ausgelöst werden und verschiedene Krankheitsverläufe verursachen. Das Schulkrankenteam vermutete aber eher eine Art Virus, der gerade die Runde machte. Ich verzichtete, solange es aushaltbar war, auf Medikamente, um meinen Körper besser beobachten zu können. Innerhalb von ein paar Tagen ging es mir schon deutlich besser. Am Wochenende kam dann noch Dalmas zu Besuch, ein Schulfreund von Ophilo. Die beiden wollten sich gemeinsam auf die nächste Prüfung vorbereiten: partielle Differenzialgleichungen. Ich stellte fest, dass Mathematik tatsächlich international ist und konnte meine Kenntnisse ein bisschen auffrischen und den beiden sogar bei einigen Aufgaben helfend zur Seite stehen.

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