Nach 7 Stunden Reisezeit kamen wir schließlich wohlbehalten, aber erschöpft in Narok an. George kannte dort ein paar Leute, die uns eine günstige Unterkunft zur Verfügung stellten. Wir kamen günstig weg. Rael und ich schliefen im Doppelbett und George auf der Couch. Das Motto war: "Schlafen kann man eigentlich überall, das sollte nicht viel kosten." George lag aber nicht so schnell im Bett wie wir. Sein Tag war noch nicht zu Ende. Er wollte noch ein paar Dinge für die Safari am nächsten Tag organisieren.
Und dann ging es am Freitagmorgen los. Unsere Sachen ließen wir in der Unterkunft. Kamera und Sonnenbrille eingepackt ging es Richtung Maasai Mara Nationalpark. Dorthin waren es von Narok noch ungefähr 60 Minuten mit dem Auto. Am Tor des Parks angekommen, stiegen wir dann in den Safari-Cruiser um. In diesem saß auch unser Guide Geoffrey, ein Maasai. Mit ihm fuhren wir in den Park und dann war die Spannung groß... Welches Tier werden wir zuerst erspähen? "Da ist was!", rief ich, voller Begeisterung. Im hohen Gras entspannte ein afrikanischer Büffel. Als nächstes ließ sich ein Gnu blicken. Irgendwie kamen mir all diese Tiere so elegant und willensstark vor. Vielleicht unterscheidet das die Wildtiere von Zootieren. Plötzlich erkannten wir einen langen Hals weit entfernt von uns aus dem Gras ragen: eine junge Giraffe! Wir näherten uns ihr und konnten zusehen, wie sie Blatt für Blatt von einem Busch pflückte. Irgendwie realisierte ich jetzt erst richtig, dass ich gerade tatsächlich eine Safari machte - so wie ich es zuvor in Filmen gesehen hatte. Der Übergang von der Anfahrt zum Durchqueren des Tors und bis zum Beginn der Safari war so schnell gegangen.. Und jetzt waren wir mitten im gepunkteten Land, was die wörtliche Übersetzung von "Mara" ist. Damit sind die niedrigen Bäume und Büsche gemeint, die sich in der Savanne wie Punkte auf dem Boden verteilen. Früher gehörte das Land dem Stamm der Maasais. Dann hat es die Regierung übernommen unter der Bedingung, dass Maasais die Guides für Safaris werden. Nach der Sichtung der einzelnen Giraffe entdeckten wir eine ganze Herde von Giraffen am Horizont. Vorerst würden wir aber nach dem Löwen suchen, meinte Geoffrey. Wir fuhren einige Ansammlungen von Büschen ab - erfolglos. Aber ein von Fliegen umgebener Büffelkopf lag auf unserem Weg - gutes Zeichen. Immer wieder kamen durchsagen über Funk. So sprechen sich die verschiedenen Guides ab, um den Gästen die bestmögliche Safari-Erfahrung mit vielen Sichtungen zu ermöglichen. Auf dem Weg kamen wir an zwei Leoparden vorbei, die sich aber im tiefen Gras versteckt hatten und nur schwer zu entdecken waren. Trotzdem tummelten sich ca. 20 Safari-Cruiser um das Stück Wiese. Irgendwie auch ein absurder Anblick. In den meisten Fahrzeugen saßen Muzungus. Geoffrey erklärt uns, dass es streng verboten sei, den Cruiser zu verlassen oder aufs Dach zu steigen. Zu oft sei dabei schon etwas passiert. Verlassen darf man das Fahrzeug nur, wenn der Guide grünes Licht gibt und keine Tiere in der Nähe sind. Damit soll auch der Frieden für die Tiere gewahrt werden.
Dann war es so weit. Ein Rudel Löwen war gesichtet worden. Keine 10 Minuten später waren wir vor Ort. Man sah, dass das Rudel erschöpft war. Mittlerweile zeigte die Mittagssonne ihre Wirkung. Die Tiere suchten Schatten und nahen dabei auch in Kauf, sich neben oder unter eines der Cruiser zu legen. Wir sagen den großen Katzen noch eine Weile zu und ich schoss fleißig Fotos. Dann legten wir eine Mittagspause ein, in der wir mitgebrachte Snacks genossen. Natürlich war auch Zeit für Fotos vorm Safari-Cruiser...