Mittlerweile bin ich so oft mit dem Bus gefahren, dass ich mich mit Peter angefreundet habe. Er ist der Busfahrer. Ich kann nicht genau erklären, warum ich Peter so unglaublich sympathisch finde, aber er ist einfach eine Legende. Ich glaube, am besten kann man ihn als "herzensgut" beschreiben. Peter ist ziemlich ruhig, immer gut gelaunt und alle Schülerinnen lieben ihn. Nebenbei ist er der beste Busfahrer, dem ich je begegnet bin. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der solch ein riesiges Gefährt so präzise einschätzen kann wie Peter. Irgendwie erinnert er mich an einen Filmcharakter. Peter steuerte also den gut gefüllten Bus am Morgen vom Schulgelände und wir legten auf dem Weg nach Kisumu einen Zwischenstop in einer kirchlichen Einrichtung ein, die gute Beziehungen zur Schule hat. Dort genossen wir unser Frühstück.
Und so durfte ich auch diesen herrlichen Moment erleben, als plötzlich ein Schwein durch unseren Garten stolzierte und unseren Müll durchforstete.
Kühe, Hunde und Katzen war ich ja schon gewohnt, aber dass mal ein Schwein ausriss, war dann doch eine neue Erfahrung.
Am Wochenende stand dann noch ein bisschen Organisationskram an. Mein Visum deckte zunächst die ersten drei Monate meines Aufenthalts ab. Anschließend verlängerte ich mit Davids und Georges (Davids kleiner Bruder) Hilfe noch einmal, und zwar um 2 Monate, weil eine direkte 3-monatige Verlängerung nicht möglich war. Man sieht hier: Der Staat Kenia braucht Geld. Das sollte jetzt auch die letzte Verlängerung sein und sie erlaubt mir bis zu meinem Rückflug hier in Kenia zu verweilen.
Ich bin ganz froh, dass das Verlängern jetzt erledigt ist, denn ganz so einfach ist das nämlich gar nicht. Normalerweise muss man persönlich mit dem Reisepass nach Nairobi ins Immigrationsbüro. Aufgrund des Schulalltags ist es aber schwer, einfach nach Nairobi zu reisen, also kümmerte sich Davids Bruder um meine Angelegenheit, weil er sich damit schon auskennt und schon einigen Muzungus weitergeholfen hat. In Nairobi dauert es mindestens einen halben Tag bis man an die Reihe kommt, es sei denn man gibt eine Kleinigkeit dazu. Korruption ist Teil der Kultur. Das wurde mir schon oft gesagt und so langsam hatte ich auch einige Erfahrungen gemacht, die das Bestätigen. Am konkretesten sieht man es an der "Abgabe" der Matatufahrer, wenn die Polizei sie anhält. Das alles ist so routiniert, dass die Fahrer nur kurz langsamer werden, unauffällig das Geld übergeben und dann weiterfahren. Eine Polizeikontrolle der anderen Art...
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