Weihnachtsschmuck
in einem Supermarkt in Kakamega
Reise von Mukumu nach Sena (Centre) auf der Mfangano Island
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Die Bezahlung des Fährtickets für den WaterBus war online über das in Kenia so verbreitete Bezahlsystem MPesa möglich. Den Account dafür hatten wir zu Beginn meines Aufenthalts eingerichtet. Auf der Fähre sprach ich mit ein paar Menschen, denen Davids Name ein Begriff war. David hatte mir schon angekündigt, dass in den Dörfern der 40.000-EinwohnerInnen-Insel niemand lange unbekannt bleibt. Die Überfahrt war ganz schön windig, aber zugleich wunderschön. Die Sonne schien und das Wasser des Victoriasees glitzerte von allen Seiten.
Motorradfahrt von Sena Centre zum Grundstück von Davids Familie
Die ersten Tage auf der Insel verbrachte ich damit, mich ans Klima zu gewöhnen. Dafür saß ich oft draußen und arbeitete ein bisschen am Laptop. Die Aussicht sorgte dafür, dass mein Blick immer wieder vom Display abschweifte.
Aber wer könnte mir das schon zum Vorwurf machen...
Leider trügt die Schönheit des Sees jedoch auch etwas. Die Lage des Sees ist aufgrund der starken Umweltbelastung durch uns Menschen in einem traurigen Zustand. Dieser Bericht der Konrad-Adenauer-Stiftung gibt einen kleinen Einblick in die aktuelle Lage. Seit Jahrzehnten werden industrielle Abwässer in den See geleitet. Eine sichtbare Folge ist die "grüne Pest", die Wasserhyazinthe, die sich immer weiter auf dem See ausbreitet und den See zu ersticken droht. Das natürliche Ökosystem wurde durch das Einsetzen des Nilbarschs nachhaltig verändert und zerstört. Zahlreiche einheimische Fischarten wurden in der Folge ausgerottet, um den kommerziellen Fischfang voranzutreiben. Es gibt Organisationen und Aktionen, die versuchen, die Lage des Sees zu verbessern und doch bewirken diese Anstrengungen im Vergleich zu den jährlichen Zerstörungen zu wenig. Dabei ist die Lage prekär. Nicht nur die Menschen in den angrenzen Ländern Uganda, Tansania und Kenia sind vom See abhängig, der Victoriasee speist auch den Weißen Nil, Hauptfluss des Nils. Außerdem hat sich mittlerweile die Krankheit Billharose ausgebreitet, die über Würmer im Seewasser verbreitet wird. Nach Malaria fordert diese Krankheit die zweitmeisten Todesopfer. Je mehr ich mich belas, desto trauriger machte mich die Kurzsichtigkeit in unserem Umgang mit solchen natürlichen Schönheiten wie dem Victoriasee.
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