Reykjavíks Eigenarten

Nachdem ich gestern einen ersten Eindruck der Hauptstadt Islands gewonnen hatte, machte ich mich nun auf, die Details Reykjavíks zu entdecken. Und dabei sollten mir so einige Details begegnen... Was für ein Tag!

29. Juni 2019

In einem Reiseführer las ich vor meiner Reise, dass Reykjavík keine pompöse Stadt sei, die sofort jedem etwas bieten könne. Die Schönheit läge im Detail und man brauche Zeit, um diese schönen Details zu entdecken. Und ich muss sagen: Wo der Reiseführer recht hat, hat er recht. Der Tag begann mit einem entspannten Frühstück im Hostel. Dabei fiel mir die Karte meiner Eltern in die Hände, die sie mir kurz vor dem Abschied mitgegeben hatte. Ich las sie noch einmal und jetzt konnte der Tag starten. Ungefähr 12.00 Uhr machte ich mich dann auf den Weg. Anfangs kam mir Reykjavík nicht außergewöhnlich schön vor. Die meisten Gebäude in der Innenstadt, wie zum Beispiel das Rathaus waren eher im schlichten grauen Stil gehalten. Lediglich die Konzerthalle Harpa stach ein wenig durch ihr Glasdesign heraus, weil es die Farben des Meeres spiegelte.
Anfangs hatte ich mir keinen wirklichen Plan für meine Stadttour gemacht. Also war meine Devise "Einfach erst einmal der Nase nach". Das, was mich interessierte, schaute ich mir näher an. Ich entspannte noch einmal kurz am Vogelteich, bevor ich mir meinen Weg zum Radhaus bahnte. Danach entschied ich, nun einen Plan für meine Stadttour aufzustellen - also auf zur Touristeninformation und eine große Stadtkarte besorgt! Dann suchte ich mir einen gemütlichen Platz mit Blick aufs Meer und plante meine Tour. Und wie plant eine Touristin in einer fremden Stadt eine Stadtrundfahrt? Richtig. Man nehme eine Karte, kreuze alles an, was einen interessiert und verbinde alle Kreuze mit einer Linie. Fertig.  Erst nachdem ich die gesamte Strecke gefahren war, fiel mir auf, dass es ganze 54 Kilometer waren, die ich zurücklegen würde.
Die Stadttour führte mich an viele interessante Orte, die ihr unten auf den Bildern betrachten könnt. Ich werde einfach meine eindrücklichsten Erlebnisse beschreiben.
Meinen wohl schönsten Eindruck gewann ich in der Hallgrímskirkja - eine evangelisch-lutherische Pfarrkirche. Als ich zum ersten Mal den riesigen Platz vor der Kirche betrat, war da ein Getümmel von Touristen. Es war laut und unübersichtlich. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch recht nervös, was mein Fahrrad anging. Ich hatte die permanente Befürchtung, es könne gestohlen werden. Trotzdem beschloss ich, es abzustellen und die Kirche von innen zu besichtigen. Das hatte sich gelohnt. Ich wurde von einem Konzert überrascht, welches gerade stattfand. Eine Opernsängerin, begleitet von Geige und Orgel, sang ein isländisches Lied. Die Akustik war wirklich überwältigend und es herrschte sonst vollkommene Stille in der Kirche. Das ganze brachte mich irgendwie dazu, absolut zu entspannen und den Moment zu genießen. Mit dem anschließenden Besuch des Höfði-Hauses konnte ich meine Geschichtskenntnisse auffrischen. In diesem Gebäude fand vom 10. bis 12. Oktober 1986 ein Treffen zwischen Ronald Reagan und Michail Gorbatschow statt, das mit zum Ende des Kalten Krieges beitrug. Nachdem ich die einzige Eisenbahn Island gesehen hatte, die lediglich für Materialtransporte während des Hafenbaus hergestellt wurde, kam ich weiter außerhalb zum Nationalstadion von Island. Direkt nebenan besuchte ich den botanischen Garten, der durchaus zu einigen Stunden Besuchszeit verleiten könnte. (Eindrücke folgen am Ende der Seite.)
Und dann kam mir ein Gedankenblitz: Bei einem gestrigen Gespräch mit einem Mitbewohner wurde mir empfohlen doch die geothermisch beheizte Bucht zu besichtigen. Man könne dort auch baden gehen. Gesagt, getan: Nach 30-minütiger Fahrt im Regen, der ziemlich plötzlich einsetzte, kam ich an und dann konnte mich wirklich niemand mehr davon abhalten, in das 13 °C kühle Wasser zu steigen. Beim anschließenden Aufwärmen im sogenannten heitur pottur (heißer Topf) fühlte ich mich wirklich pudelwohl. Nach diesem Abstecher war der Weg bis zur Universität nicht mehr weit und dann sollte ein Fußbad am Rande von Reykjavík den krönenden Abschluss bilden. Ja... was daraus geworden ist, könnt ihr weiter unten nachlesen. Trotzdem hatte sich der Ausflug gelohnt, da diese Gegend wie leergefegt war. Ich hatte Zeit mich noch ein bisschen auf eine Bank zu setzen und das Meer zu betrachten. Der Regen hatte einen angenehmen Geruch in die Luft gelegt und die Sonne war auf dem Weg Richtung Horizont. Herrlich!
Nach diesem Erlebnis konnte ich noch einen Einblick in das Abendleben der Hauptstadt gewinnen, die mit ihren vielen Lichtern und Läden fast noch schöner aussieht, als bei Tag.
Mein Fazit: Reykjavík kennenzulernen braucht Zeit.


Und ich hab übrigens noch einen auf Lager. Da wollten mich die Isländer vielleicht veräppeln oder einfach belehren, dass man Google nicht einfach so trauen sollte...
Hier ist das Bild aus dem Internet vom "Kvika Fußbad" in Reykjavík. Diese Sehenswürdigkeit liegt so ziemlich am äußersten Rand des westlichen Landzipfels der Hauptstadt. Ich fuhr also für diese Attraktion ein ganzes Stückchen mit dem Fahrrad. Mir wurde erzählt, dass es heißes Wasser wäre und man gut darin entspannen könnte. So sollte das Fußbad also aussehen:


Und so offenbarte es sich mir in Wirklichkeit...


Meine Füße habe ich darin übrigens nicht gewaschen.

Und für Mama und für alle anderen, die Blumen gern haben: Hier ein paar ein Eindrücke aus dem botanischen Garten in Reykjavík...


Unterkunft
Hostel Hlemmur Square, Reykjavík

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