Spaziergang durch Reykjavík

Nach dem gestrigen sehr ereignisreichen Tag gönnte ich mir heute pure Entspannung. Angefangen mit einem Spaziergang durch die schöne Hauptstadt Islands...

28. Juni 2019

"So schlimm ist das Wetter hier doch gar nicht!" war einer der Gedanken, die mich den ganzen Tag begleiteten. Kein Tropfen Regen ist gefallen und die Sonne schien fast den ganzen Tag. Ich hatte letzte Nacht nach der Ankunft beschlossen, mir das Ausschlafen zu gestatten. Aber irgendwie wollten all meine Mitbewohner 8.00 Uhr aufstehen und ich machte deshalb einfach mit. Zuerst war ich ein wenig grummelig, weil ich nicht wieder einschlafen konnte, aber letztendlich: Warum schlafen? Man sollte die Zeit doch so gut wie nur möglich nutzen! Kurze Zeit später war ich meinen Zimmerkumpanen dankbar. Ohne sie hätte ich einen morgendlichen Spaziergang durch Reykjavík verpasst. Ich sah die ersten Sehenswürdigkeiten, die ich vorher nur in meinem Reiseführer angeschaut hatte und war einfach nur glücklich.
Unter anderem sah ich die Harpa Konzerthalle, die wohl am besten mit der Hamburger Philharmonie zu vergleichen ist - nur halt in Reykjavík. Als ich weiter Richtung Innenstadt lief, entdeckte ich einen relativ großen Teich und beschloss eine Kleinigkeit zu essen. Ich raschelte einmal mit der Tüte und im nächsten Moment stürzten sich ca. 20 hungrige Tauben, Enten, Gänse und Möwen auf mich, die gern auch etwas vom Brötchen gehabt hätten. Ich packte mein Essen sofort wieder ein. Einen zweiten Versuch würde es erst an einer vogelsicheren Stelle geben. Ich drehte mich um und ein älterer Mann auf einer Bank lachte mich an. Es sah so aus, als hätte er das nicht das erste Mal erlebt... Erst später erfuhr ich, dass dieser Teich der berühmteste Platz zum Beobachten und Füttern von 40 bis 50 Vogelarten ist.
In der Nähe des Teiches war mir eine kleine Kathedrale aufgefallen. Diese ist der Dom zu Reykjavík (Dómkirkja) und der Sitz des evangelisch-lutherischen Bischofs von Island. Ich setzte mich für eine Weile auf eine der Kirchenbänke und merkte, wie ich die Ruhe in vollen Zügen genoss.
Nach diesem 2-stündigen Spaziergang beschloss ich meine Unterkunft aufzusuchen, weil sich die Sonne mittlerweile hinter die Wolken verzogen hatte und es zunehmend frisch wurde. Außerdem merkte ich so langsam auch mein Schlafdefizit. Mit dem Vorhaben einen kleinen Powernap zu machen, legte ich mich in mein Bett und wachte abends 19.00 Uhr wieder auf. Danach war ich nur noch dazu fähig, mein Fahrrad wieder zusammenzubasteln. Gesagt, getan: Das Fahrrad aus dem Keller geholt und los ging`s. Während der Aufbau recht schnell voranging, sprach mich ein Litauer an, der mich schon eine Weile interessiert beobachtet hatte. Wie schon viele andere, wollte er wissen, was ich mit diesem Fahrrad denn vorhätte. Wahrscheinlich ist das normal in Hostels, aber ich hatte bis jetzt nicht ein einiziges Mal Kontakt zu einem Isländer gehabt. Ich traf Reisende aus Litauen, Israel und Japan und konnte mich wunderbar mit ihnen unterhalten, aber ich hatte noch nicht ein Wort mit einem Isländer gewechselt.
Nachdem das Fahrrad wieder seine gewohnte Form angenommen hatte, beschloss ich eine kleine Testfahrt zu machen. Es war mittlerweile 21.00 Uhr, aber da es ja nicht wirklich dunkel werden würde, fuhr ich einfach los. Die Küste von Reykjavík ist einfach herrlich. Zwar hängen die Wolken immer recht tief, was der ganzen Landschaft einen grauen Hauch verleiht, aber trotzdem wirkte die Umgebung nicht düster. Es war mehr wie eine angenehme Melancholie. Die Orientierung fällt übrigens in der gesamten Stadt nicht besonders schwer, weil man den berühmten Berg Esja von fast überall sehen kann. Nach einiger Zeit beschloss ich zurückzukehren, weil ich den morgigen Tag gänzlich für eine Stadttour nutzen wollte. Ich unterhielt mich noch ein wenig mit Stefan (aus Japan) und einem Israeli, der leider nie seinen Namen erwähnte und dann ging es schnell ab ins Bett.


Unterkunft
Hostel Hlemmur Square, Reykjavík

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