Bless bless, Ísland!

Der Abschied von diesem wunderschönen und faszinierenden Land fiel mir tatsächlich deutlich schwerer als gedacht. In der Nacht hatte ich die Insel verlassen und am frühen Morgen segelte ich im Flugzeug ruhig über das verschlafene Deutschland. Der Himmel zeigte sich in einem warmen rosa-violett. Von Hamburg ging es dann im Zug weiter und am Nachmittag hatten mein Fahrrad und ich es endlich geschafft: Wir waren wieder zu Hause!

26. August 2019

Bald schon war es nicht mehr lange bis zum Boarding und ich begab mich zum Gate. Ich durchschritt den Durchgang zum Flugzeug, verstaute mein Rucksack in der Gepäckablage und setze mich auf meinen Fensterplatz ganz hinten im Flieger. Jetzt war es Zeit, Abschied zu nehmen. Ganze zwei Monate hatte ich auf der Insel verbracht, 1600 Kilometer war ich gefahren und ich hatte so viel dazugelernt. Ich startete ein wenig melancholisch meine Island-Playlist und Erinnerungen machten sich in meinen Gedanken breit. Ich rekapitulierte, was ich alles erlebt hatte, was ich alles geschafft hatte. Das Flugzeug begann sich in Richtung Startbahn zu bewegen. Der Kapitän stellte sich vor und wünschte einen angenehmen Flug. Dann wurde es dunkel im Flugzeug und wir hoben ab. Lange konnte ich die beleuchtete Hauptstadt nicht betrachte, denn schon bald durchbrachen wir die Wolkendecke und es war dunkel.
Bless bless, Ísland! Bis zum nächsten Mal...
Ich versuchte, ein bisschen zu schlafen, was aber nur bedingt funktionierte. Die meiste Zeit dachte ich über die vergangene Zeit nach und darüber, was mich in Deutschland erwarten würde: meine Familie, meine Freunde und später dann das Studium mit der vorherigen Wohnungssuche. Nach etwa drei Stunden Flug war es auf meiner Uhr 5 Stunden später. Es wurden mir während dieser Luftreise aufgrund der Zeitumstellung zwei Stunden genommen. Als wir landeten, war es 6.05 Uhr. Wieder besorgte ich mir einen Gepäcktrolley und wartete bei der Sperrgepäckausgabe. Nach so einigen Geschichten über Gepäckverluste, die ich gehört hatte, war ich froh, alles wieder beieinander zu haben. Mit meiner ganzen Bagage machte ich mich nun auf dem Weg zum Gleis. Das Benutzen von Fahrstühlen mit einem übergroßen Karton ist übrigens schwerer, als es sich anhört. Doch nach einer Weile erreichte ich das Gleis und lud mein Gepäck in die schon wartende S-Bahn ein. Ich besetzte drei Stühle und versperrte den halben Durchgang im Waggon, aber es waren zum Glück nicht so viele Menschen unterwegs. So erreichte ich dann gegen 8.00 Uhr den Hamburger Hauptbahnhof und meine Aufgabe war nun, all mein Hab und Gut zum Gleis 6 zu befördern. Das ging wieder am besten Schritt für Schritt. Erst schaffte ich das Fahrrad einige hundert Meter weiter, lief zurück und holte das Restgepäck nach. Dieses Prozedere wiederholte ich etwa dreimal und kam dann am Gleis 6 an. Die Aufzüge, die vor zwei Monaten schon nicht funktionert hatten, waren übrigens noch immer außer Betrieb. Ich besorgte mir im Anschluss noch ein paar Brezeln beim Bäcker und frühstückte am Bahnsteig. Gegen 9.00 Uhr war es dann so weit: Der Zug fuhr ein. Vorher hatte ich einen Mann mit wenig Gepäck um seine Mithilfe beim Einladen des Fahrrads gebeten. Leider war kein Schaffner in der Nähe und deshalb ließ ich das Fahrrad einfach erst einmal im Gang stehen, da es dort auch niemanden zu stören schien. Ich suchte mir ein Abteil und verstaute dort mein restliches Gepäck. Die erste Stunde meiner Fahrt war vorbei und dann hörte ich eine Durchsage: "Der Besitzer der großen Kartons findet sich bitte an diesem ein." Zügig bewegte ich mich den Gang entlang und traf auf die Schaffnerin. Ich entschuldigte mich und fragte, wo ich das Fahrrad am besten abstellen könnte. Auf meiner Hinfahrt hatte es keinen Gepäckwaggon gegeben und deshalb war ich auch in diesem Zug nicht von der Existenz eines solchen ausgegangen. Die Frau belehrte mich eines Besseren und beschrieb mir den Weg zum Gepäckwaggon. Dort war ausreichend Platz für mein Sondergepäck und ich kehrte in mein Abteil zurück. Die weiteren 3 Stunden Fahrt waren amüsant, weil sich im nächsten Abteil eine 8. Klasse aus Kiel auf dem Weg zur Klassenfahrt in Dresden befand. Natürlich waren diese Schüler nicht gerade die leisesten Zugfahrer, aber es erinnerte mich auch an die eigene Schulzeit und wie gerne ich noch einmal eine Klassenfahrt machen würde. Gleichzeitig konnte ich noch nicht realisieren, dass ich wirklich in Deutschland angekommen war und in den nächsten Minuten Dresden erreichen würde. Es war einfach alles so schnell gegangen. Vor 15 Stunden hatte ich noch auf dem Flughafen in Reykjavík gewartet und nun war ich schon fast wieder in der Heimat. Der Zug hielt an und ich bekam wieder nette Hilfe von anderen Reisenden, um mein Gepäck aus dem Zug zu manövrieren. Ich war wieder zu Hause...

Ein kurzer Blick aus dem Flugzeug

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