Mit ein bisschen Phantasie...

Nach einem sehr entspannten Morgen legte ich meine heutige Etappe in einer Stunde mit dem Bus zurück. Angekommen im schönen Vík í Mýrdal, erkundete ich einen der schönsten Strände der Welt und genoss den Ausblick vom nahegelegenen Berg Reynisfjall. Und strengte man sich an, konnte man sogar die Trolle im Meer entdecken...

14. August 2019

Diese Nacht hatte ich besonders gut geschlafen und wachte, noch bevor der Wecker klingelte, gegen 7.00 Uhr auf. Ich beschloss, die Zeit bis zur Abfahrt des Busses sinnvoll zu nutzen und den Wasserfall Stjórnarfoss zu besichtigen. Leider musste ich feststellen, dass dieser zurzeit wenig Wasser führte und aus diesem Grund weniger spektakulär wirkte. Aber der morgendliche Ausflug hatte sich trotzdem gelohnt, weil sich ansonsten keine Menschenseele an diesem Ort befand. Die Ruhe machte den entspannten Morgen perfekt. Nach diesem Ausflug packte ich meine Sachen zusammen und fuhr zur Bushaltestelle. Dank einer App des Busunternehmens konnte ich den Standort des Busses feststellen und wusste deshalb über die leichte Verspätung Bescheid. Kurz nach halb 11 saß ich im gelben Gefährt, das mich innerhalb einer Stunde bis nach Vík brachte. Dort angekommen suchte ich dann den Campingplatz auf und ließ mich dort nieder.
Nach einem Einkauf im örtlichen Supermarkt hatte ich meine Pflichten für heute erledigt. Jetzt war ich bereit, die Stadt zu erkunden. Überraschenderweise besitzt Vík nicht wie die meisten Küstenstädte einen Hafen. Berühmt ist dieses kleine Örtchen für seinen wunderschönen Strand, der mein erstes Ziel war. Mich überrascht es nicht, dass dieser Küstenabschnitt zu einem der schönsten Strände der Welt gekürt wurde. Der schwarze Sand erzeugt ein unverwechselbares Bild. In der Nähe des Strandweges befindet sich die Skulptur "Der Reisende" von einer isländischen Künstlerin. In der britischen Stadt Hull befindet sich ein identisches Exemplar und verbindet so die beiden Inselstaaten. Hier soll an die ertrunkenen Seeleute erinnert werden. Im Hintergrund erhebt sich die Felsengruppe Reynisdrangar aus dem Meer. Mit einer guten Vorstellungskraft sieht man hier aber keine Felsen, sondern zwei Trolle und ein Schiff. Die Legende besagt, dass die Trolle einen Dreimaster an Land ziehen wollten. Sie brauchten aber so lange, dass sie nicht bemerkten, wie die Sonne aufging. So wurden sie versteinert und schmücken seitdem Islands Südküste.
Nach einem langen Spaziergang an diesem herrlichen Strand besichtigte ich die kleine Kirche auf einem Hügel. Von hier aus hatte man einen schönen Blick über die Stadt, aber irgendwie wollte ich noch höher hinaus. Neben Vík befindet sich der Berg Reynisfjall, dessen Plateau bis vor zum Meer reicht und eine wunderbare Aussicht versprach. Ich suchte den Ausgangspunkt des Wanderweges und schon ging es los. Nach 20 Minuten Aufstieg führte mich der weitere Weg in Richtung Meer. Nur wenige andere Touristen waren unterwegs. Hauptsächlich begleiteten mich die isländischen Schafe. Nach einer halben Stunde eröffnete sich mir die beste Aussicht auf Vík und seine Umgebung. Westlich von mir befanden sich der Strand Reynisfjara und die Halbinsel Dyrhólaey, die ich beim Trampen schon kennengelernt hatte. Am Horizont hatte sich über dem Meer ein Gewitter entwickelt und ich beobachtete die Blitze. Bald vernahm ich sogar ein leises Donnern. An diesem Ort vergaß ich die Zeit. Ich saß lange an der Felsenkante und blickte aufs Meer. Immer und immer wieder faszinierte es und beruhigte mich gleichzeitig.
Als ich langsam den Rückweg antrat, blickte die Sonne hinter den Wolken hervor und tauchte die Landschaft in ein goldenes Licht. Als ich am Campingplatz ankam, war es halb sieben. Ich startete meine Abendroutine. Morgen würde ich wieder auf dem Sattel sitzen, weshalb ich ausreichend Schlaf gut gebrauchen könnte... Bis morgen.

Schwarzer Strand von Vík í Mýrdal 
Aufstieg auf den Reynisfjall

Nachtlager
Vík Camping, Campingplatz Vík í Mýrdal

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