Reise in vergangene Jahrhunderte

Trotz des regnerischen Wetters machte ich mich heute auf nach Glaumbær, um die in meinem Reiseführer beschriebenen Torfhäuser zu besichtigen. Der Ausflug sollte sich als eine wahre Zeitreise herausstellen...

13. Juli 2019

Heute Morgen begrüßte mich der Tag mit Regen. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass es in Island so selten regnet. Wettertechnisch problematisch sind eher der starke Wind und die plötzliche Veränderung der Wetterlage.
Gleich nach vollbrachter Arbeit packte ich meinen Rucksack und schwang mich auf mein Fahrrad - endlich wieder das vertraute Gefühl, auf dem Sattel zu sitzen ;)
Es lagen 15 Kilometer vor mir, die ohne Gepäck deutlich leichter und schneller zu bewerkstelligen sind. Nach einer knappen dreiviertel Stunde erreichte ich Glaumbær. An einem Samstag war ich wohl nicht die einzige, die diese Idee hatte, denn es standen so einige Autos auf dem Parkplatz. Ich begann meine kleine Besichtigung mit einem Blick in die Kirche und einem Rundgang auf dem Friedhof. Dort steht eine kleine Skulptur, die eine Mutter mit ihrem Sohn zeigt. Er war der erste Europäer, der in Amerika geboren wurde und der erste Amerikaner, der in Europa starb. Vermutlich erbaute dieser Mann auch die erste Kirche in Glaumbær.
Die Torfhäuser stehen direkt neben der Kirche und wirken von der Hauptstraße aus recht unscheinbar. Näher betrachtet sind sie wirklich beeindruckend und dank der Einrichtungsgegenstände, die sich in den Häusern befinden, kann man sich gut vorstellen, wie die Menschen hier früher lebten. Glaumbær war bis 1947 noch bewohnt. Im Zentrum der Anlage befindet sich ein Museum, das Zutritt zu einem Korridor gestattet. Von hier aus gelangt man in 9 weitere Häuser. Wagt man es, in dieses Haus zu gehen, muss man wirklich vorsichtig wegen der niedrigen Decke sein. Es fühlte sich eher an, wie eine Höhle als ein Haus, aber gemütlich und warm schien es gewesen zu sein.
Nachdem ich Glaumbær besichtigt hatte, reizte mich noch eine weitere Kirche etwa 9 Kilometer von meinem Standort entfernt. Die winzige Kirche in Víðimýri ist auch im Torfstil erbaut worden und wirkt daher eher einfach. Genau das war es, was mich an diesem Gebäude so faszinierte - irgendwie wirkte diese Kirche sympathisch, einfach, weil sich nicht pompös sein will.
Auch von innen ist die 1834 erbaute Víðimýrarkirkja eher schlicht gehalten - ein Hingucker bildet jedoch die Altartafel aus dem Jahr 1616.
Nach diesem spontanen Abstecher trat ich den Weg zurück zur Farm an und der Abend verlief wie gewohnt. Nun ging der Tag auch zu Ende, aber meine kleine Reise in die Vergangenheit werde ich nicht so schnell vergessen...


Es folgen ein paar Eindrücke aus dem Torfhaus. Die Bilder zeigen Einrichtungsgegenstände aus dem 18. und 19. Jahrhundert...


Unterkunft
Farm Minni-Akrar 561, Varmahlíð

AI Website Generator