So langsam beginne ich, mir die Namen der verschiedenen Kühe zu merken und die Arbeit geht immer leichter von der Hand. Anfangs dachte ich, diese Farm hier sei riesig, aber Anna erzählte mir heute, dass Minni-Akrar eine der kleinsten Farmen in der Umgebung sei. Aber meiner Meinung nach ist die Menge der Kühe hier genau richtig. Die ganze Familie kennt jede Kuh beim Namen und weiß um ihre Besonderheiten.
Nachdem wir im anderen Stall waren, um die Lämmer zu füttern, deren Mutter gestorben ist, begann unsere Freizeit. Ich setze mich vor die Karte Islands und markierte alle Ziele, die mich interessierten. Ganz so einfach wie die Planung meiner Stadtbesichtigung in Reykjavík würde die Sache aber nicht werden. Schließlich werde ich nur 25 Tage Zeit haben, den Rest der Insel mit dem Fahrrad zu erkunden. Ich stieß auf Probleme: Die Fahrradtour soll keine Hetzjagd werden, sondern eine Sightseeingtour. Hier möchte ich mir nicht täglich Gedanken machen müssen, dass ich eine bestimmte Distanz am Tag zurücklegen muss. Doch die Reststrecke beträgt ungefähr 1300 Kilometer. In Deutschland wäre das ganze überhaupt kein Problem, aber die isländischen Verhältnisse erschweren meine Planung. Dementsprechend habe ich mir überlegt, einfach ab und zu den Bus zu nehmen. Aber die genaue Planung muss ich noch vornehmen. Jetzt ist erst einmal die Grobplanung abgeschlossen.
Am Nachmittag hatte Vagn (Annas Vater) dann doch noch eine Aufgabe für uns. Auf einer Wiese befand sich getrocknetes Gras, was zusammengeharkt werden sollte. Damit waren wir bis zum späten Nachmittag beschäftigt und dann war auch schon die Zeit für das Melken der Kühe gekommen. Die Abende werden immer geselliger, weil sich mittlerweile alle richtig kennengelernt haben. Ich mag die Abendessen immer sehr gerne, weil es so viel Spaß macht, wenn sich Menschen aus drei verschiedenen Ländern (Island, Frankreich, Deutschland) unterhalten. Man lernt so viel...