Es sind die Details.

Als ich die Tour in Island plante, packte ich all die berühmten Sehenswürdigkeiten in meine Reiseroute. Und natürlich sind diese großen Attraktionen beeindruckend und besichtige sie sehr gerne, aber letztendlich sind es die kleinen Städte und Schönheiten, die mir am meisten imponieren.

04. August 2019

Da ich meinen kleinen Leihwagen erst um neun zurückgeben konnte, startete mein Tag mit einem sehr entspannten Morgen. Aufgrund des Nebels, der sich heute Nacht erneut über Egilsstaðir gelegt hatte, musste ich das Zelt nass einpacken, aber das sollte kein Problem darstellen, weil die kommende Etappe nur 35 Kilometer lang sein sollte. Ich würde mein Nachtlager also bald wieder aufschlagen und dann würde meine grüne Unterkunft wieder trocknen können. Nun musste ich nur noch tanken und fuhr dann Richtung Flughafen. Kurz vor 9.00 Uhr traf ich am Autoverleih ein und packte wieder all meine Sachen auf mein zweirädriges Gefährt um. Ich parkte das Auto auf der vorgesehenen Stelle und steckte den Autoschlüssel wie abgesprochen in das kleine Loch am Schalter. Da war ich also wieder - allein mit meinem Fahrrad. Ich war froh, dass mit dem Auto alles gut gegangen war und genoss es, wieder auf meinem umweltfreundlichen Rad zu sitzen. Ich fuhr zum nächsten Supermarkt und besorgte noch ein paar Lebensmittel, um dann Richtung Reyðarfjörður zu radeln. Der anfängliche Anstieg machte mir nicht mehr viel aus - mittlerweile hatte ich ja Übung. Da ich die Strecke gestern schon mit dem Auto entlanggefahren war, wusste ich auch, dass bald eine lange Abfahrt auf mich zukommen würde. Diese genoss ich, auch wenn es recht frisch an die Hände wurde. Die Sonne schien heute ausnahmsweise nicht mehr. Gegen 12.00 Uhr erreichte ich Reyðarfjörður und direkt hinter dem Ortseingang erblickte ich den Campingplatz. Auch hier gefiel es mir und ich blieb zuerst eine Weile im Zelt. Später machte ich einen 1,5-stündigen Spaziergang durch das kleine Örtchen, das friedlicher nicht wirken konnte. Gerade an einem Sonntag wirkt Island noch ruhiger und gelassener. Da ich Lust auf etwas Süßes verspürte, gönnte ich mir noch ein Eis auf meinem Weg Richtung Hafen. Genau solche Momente hatte ich mir vorgestellt, als ich plante, allein nach Island zu reisen: Ich saß auf einer Bank direkt am Wasser und schaute auf den Fjord. Mit Musik im Ohr schrieb ich ein paar Gedanken in mein Notizbuch und ließ das Meer auf mich wirken. Ich genoss es so sehr in diesem kleinen harmonischen Örtchen sein zu dürfen. Noch gestern war ich an dieser Stelle mit dem Auto vorbeigefahren und hatte ungläubig die Delfine erspäht. Im nächsten Moment sah ich, ein paar Meter von meiner Bank entfernt, erneut eine Rückenflosse aus dem Wasser auftauchen. Ziemlich schnell schwamm er in meine Richtung, bis er sich direkt vor mir bewegte. Er tauchte so oft auf, dass ich sogar ein Foto von ihm machen konnte. Mittlerweile war ich mir nicht mehr sicher, ob es tatsächlich ein Weißschnauzendelfin war oder vielleicht doch eher ein Schweinswal, der häufiger in dieser Gegend auftaucht. So langsam trat ich dann den Rückweg zum Campingplatz an und umrundete noch einmal den Teich direkt neben meinem Zelt. Die Vielfalt der Vogelarten, die sich hier tummelten, war beeindruckend. Am Abend lernte ich dann noch zwei Männer aus Ingolstadt kennen, die schon seit 20 Jahren regelmäßig in Island zusammen Radtouren unternehmen. Sie hatten von so einigen Abenteuern zu berichten und ich war vor allem von den Touren durchs Hochland fasziniert. Gegen 10.00 Uhr begab ich mich dann ins Land der Träume...


Nachtlager
Tjaldstæði, Campingplatz Reyðarfjörður

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