Die letzte Nacht stellte sich leider als etwas zu frisch heraus und am nächsten Morgen wachte ich mit einer ordentlichen Erkältung auf. Aber auch das bemerkten meine Mitcamper aus Holland und brühten mir einen Tee. Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns alle auf den Weg nach Reykjavík. Schnell fanden wir einen Fahrradladen, der auch die richtige Kette im Sortiment hatte. Dann war leider die Zeit für den Abschied gekommen. Ich glaube, die beiden merkten, wie dankbar ich ihnen war - trotz Sprachbarriere war dies deutlich spürbar.
Nachdem ich nun wieder auf mich allein gestellt war, musste ich zuerst zurück zum Zeltplatz. Die Busverbindungen in Reykjavík sind wunderbar und so war das auch kein Problem mehr. Vorher hob ich das erste Mal isländische Kronen ab, weil man überall - nur nicht im Bus - mit Karte bezahlen kann. Wieder auf dem Campingplatz angekommen, beschloss ich die Kette nicht hier zu reparieren, denn das einstündig gültige Busticket könnte mich noch bis nach Akranes bringen. Gesagt, getan. Ich packte meine Sachen zusammen und transportierte sie auf dem Fahrrad (ohne Kette) bis zur Bushaltestelle. Nach ca. 45-minütiger Busfahrt wurde ich in Akranes von strahlendem Sonnenschein empfangen. Der direkt am Meer gelegene Campingplatz war ein wunderschöner Standort, den ich sofort in mein Herz schloss. Vor dieser Kulisse sollte es mir doch leicht(er) fallen, ein Fahrrad zu reparieren. Aber dabei war ich nicht allein - Papa war am Telefon! Nach genauen Anweisungen und anfänglichen Startschwierigkeiten klappte es doch: Die Kette war repariert und die Schaltung funktionierte wieder. Nach einer ausgiebigen heißen Dusche, wollte ich nur noch ins Bett, um morgen den halbtägigen Rückstand in meiner Planung wieder aufzuholen.